Gesunde Ernährung bedeutet in erster Linie, den Körper täglich mit lebenswichtigen Nährstoffen in ausreichender Menge zu versorgen, zu denen Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, wertvolle Fettsäuren, aber auch Eiweiße gehören. Eiweiße stellen die verschiedensten Aminosäuren bereit, die im Organismus wesentliche Aufgaben erfüllen müssen. So fungieren sie als Bau- und Transport- sowie Botenstoffe und übernehmen auch wichtige Schutzfunktionen. Beispielsweise sind Proteine Bestandteile von Blutgerinnungsfaktoren. Als Teile der Verdauungsenzyme sind Aminosäuren dafür verantwortlich, dass die Nahrung gespalten und vom Körper verwertet werden kann. Auch die Antikörper des körpereigenen Abwehrsystems sind aus Aminosäuren zusammengesetzt. Zudem werden aus Aminosäuren Botenstoffe wie Hormone gebildet und bestimmte Entgiftungsproteine, die sich aus Aminosäuren zusammensetzen, bilden einen Schutz der Körperzellen vor freien Radikalen und Schadstoffen aus der Umwelt.

Essenzielle Aminosäuren: besonders wichtige Bausteine für den Körper

Nicht alle lebensnotwendigen Aminosäuren kann der menschliche Organismus selbst herstellen. Zu den essenziellen Aminosäuren, die täglich mit der Nahrung zugeführt werden müssen, gehören zum Beispiel Isoleucin, Leucin, Tryptophan, Valin und Phenylanalin. Eiweißmangel kann die Funktion des gesamten Organismus beeinträchtigen. Gesundheitliche Probleme wie Muskelschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, vorzeitige Alterung, eine eingeschränkte Immunfunktion, verzögerte Wundheilung können die Folge sein. Fehlen Eiweiße, wird auch die Entgiftungsfähigkeit des Körpers behindert. Insbesondere die Leber kann dann ihren Stoffwechsel- und Entgiftungsaufgaben nicht mehr richtig nachkommen. Eiweißmangelerscheinungen werden vor allem durch Fehlernährung wie einseitige Kost oder eiweißarme Radikaldiäten bedingt. Auch vitaminarmes Essen kann zu einer Unterversorgung an Eiweißen führen. Denn die B-Vitamine fördern die Neubildung von Eiweiß. Wer sich überwiegend mit vitaminarmem Fast-Food ernährt, begünstigt Vitamin- und Eiweißmangel. Doch auch bestimmte Krankheiten wie chronische Magen- oder Darmschleimhautentzündung, Störungen der Bauchspeicheldrüse oder der Nieren und Lebererkrankungen rufen oft Proteindefizite hervor.

Eiweiße in Form von Aminosäurepräparaten können die Leber unterstützen

In bestimmten Situationen hat der Körper einen erhöhten Eiweißbedarf, zum Beispiel nach Verletzungen oder Operationen. Das trifft auch zu, wenn der Organismus dauerhaft Giften und Schadstoffen ausgesetzt ist. Weil dann viel mehr Eiweißbausteine zur Entgiftung benötigt werden. Wichtige Entgiftungsfunktionen übernimmt die Leber, allerdings nur, wenn ihre Zellen intakt und robust sind. Bei bestehenden Leberschäden können Aminosäurepräparate hilfreich sein. Nahrungsergänzungen wie Arginin oder Ornithin, über einen vier- bis sechswöchigen Zeitraum eingenommen, unterstützen die Leberfunktion und helfen bei der Entgiftung. Als Schutz der Zellmembranen fungieren auch die Aminosäuren Methionin, Cystein, Glutathion und Glycin. Aminosäuren wie Arginin tragen außerdem zur Beseitigung von giftigem Ammoniak, der bei Stoffwechselprozessen im Körper entsteht, bei. In bestimmten Lebensmitteln ist besonders viel Arginin enthalten, zum Beispiel in Haferflocken, Nüssen, Weizenkeimen, Sojabohnen oder Thunfisch. Um den Bedarf an Arginin zu decken, empfiehlt es sich, häufiger diese Nahrungsmittel zu sich zu nehmen.

Wichtiges Element für die Entgiftung des Körpers: Schwefel

Wichtig für den Zellstoffwechsel und für die Entgiftungsfunktion des Körpers ist Schwefel. In den Vitaminen B1, Pantothensäure und Biotin ist Schwefel enthalten, ebenso auch in schwefelhaltigen Aminosäuren wie Cystein, Glutathion oder Taurin. Cystein gehört zu den Antioxidanzien und hilft bei der Bekämpfung schädlicher freier Radikale, ist aber auch für den Schutz der Leber wichtig. So ist Cystein an der Entgiftung von Alkohol beteiligt und kann gegen Giftwirkungen von Chemikalien und Medikamenten unterstützen. Die Entgiftung fördert darüber hinaus die Aminosäure Glycin, sie wird auch bei der Behandlung von Lebererkrankungen eingesetzt. Glycin gibt es zum Beispiel als Nahrungsergänzungsmittel.

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