Ist die Säure-Basen-Balance im Körper gestört, wirkt sich das nachteilig auf die Gesundheit aus. Bis zu einem gewissen Grad kann der menschliche Organismus überschüssige Säure über die Nieren, die Lunge, über Haut, Darm und Leber abgeben und damit das Verhältnis von Säuren und Basen ausbalancieren. Vor allem bei lang anhaltender Übersäuerung aber können die Organe das Übermaß an Säuren nicht mehr kompensieren, es droht eine chronische Übersäuerung mit negativen Folgen für die Gesundheit.

Durch ein Zuviel an Säure wird das Immunsystem geschwächt, aber auch die Signalübertragung zwischen den Zellen gehemmt. Den Knochen werden wichtige Mineralien entzogen, so dass sie brüchig werden. Bei Übersäuerung kommt es zudem zu einer vermehrten Ausschüttung von Hormonen wie dem Stresshormon Adrenalin und dem Schilddrüsenhormon Thyroxin mit Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem. Der Betroffene wird unruhig, reizbar, leidet unter Schlafproblemen und verminderter Leistungsfähigkeit. Sogar die Stimmung wird durch zu viel Säure negativ beeinflusst. Durch Säureablagerungen im Bindegewebe können darüber hinaus Muskelverhärtungen und Weichteilrheuma entstehen. Übersäuerung soll außerdem Erkrankungen wie Neurodermitis, Diabetes, Gicht sowie Allergien und Migräne begünstigen.

Ob eine Übersäuerung besteht, lässt sich ganz einfach anhand einer pH-Wert-Messung des Urins feststellen. Die dazu erforderlichen Teststäbchen sind in Apotheken erhältlich. Morgens liegt der Urin normalerweise im sauren Bereich mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6. Später am Tag sollte der Wert aber wenigstens einmal bei 7,5 liegen. Um einen aussagekräftigen Durchschnittswert zu erzielen, empfiehlt es sich, den pH-Wert mindestens drei Mal während des Tages zu bestimmen.

Wie kommt es aber zu einer Übersäuerung des Körpers? Verantwortlich dafür sind in erster Linie unsere Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Es gibt bestimmte Lebens- und Genussmittel, die zu viel Säure bilden. Dazu gehören Alkohol, Kaffee, aber auch tierisches Eiweiß in Form von Fleisch, Innereien, Fisch und Wurst. Säurebildner sind außerdem Zucker und Süßigkeiten, Teigwaren, Käse, Sauermilchprodukte und H-Milch und sogar Gemüse wie Hülsenfrüchte und Rosenkohl kann Säure bilden. Negativ auf den Säure-Basen-Haushalt wirken sich emotionaler Stress, zu wenig Bewegung, Flüssigkeitsmangel und Rauchen aus. Von Nachteil sind darüber hinaus Hungerkuren und Langzeitfasten.

Damit Säuren nicht länger den Stoffwechsel blockieren, die körpereigene Abwehr und die Entgiftungssysteme des Organismus lähmen, sollte man entschlacken und entsäuern. Durch diese Maßnahmen lässt sich das Wohlbefinden steigern und der Säure-Basen-Haushalt wieder in ein Gleichgewicht bringen. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang, viel basisches Mineralwasser zu trinken. Durch eine Flüssigkeitsaufnahme von mehr als zwei Litern Mineralwasser am Tag kann die Ausscheidung von Säuren über die Nieren begünstigt werden. Wenn der Darm gesund und voll funktionsfähig ist, wird ebenfalls die Säurenausscheidung verbessert. Deshalb sind Darmreinigung und Darmsanierung gute Maßnahmen im Kampf gegen Übersäuerung. Und natürlich hat auch die richtige Ernährung mit basenreichen Lebensmitteln unmittelbaren Einfluss auf die Säuren-Basen-Balance im Körper. Basische Lebensmittel sind unter anderen Kartoffeln, grüne, gelbe und rote Gemüse – mit Ausnahme von Rosenkohl, Artischocken und Hülsenfrüchten. Basenbildner sind beispielsweise Knollen- und Wurzelgemüse, auch Kresse und Kopfsalat sowie viele Früchte und Beeren. Die Entsäuerung des Körpers wird außerdem erheblich durch körperliche Bewegung unterstützt. Wer viel Sport treibt, fühlt sich nicht nur insgesamt leistungsfähiger und wohler, sondern gibt auch vermehrt Säuren ab. So wird durch das Schwitzen bei körperlicher Bewegung Säure über die Haut ausgeschieden und auch die Lunge gibt über die Ausatemluft Säuren ab.

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